Modell Kunstverein

Podiumsdiskussion

im Rahmen der Jubiläumsausstellung
"120 Jahre Kunstverein Rosenheim"

Sonntag, 14. Juli, 12 Uhr

 

Gäste:
Wolfgang Hauck – Kulturreferent der Stadt Rosenheim, Dirigent
Bernhard Paul – bildender Künstler, Vorstandsmitglied im Kunstverein Rosenheim
Christian Schnurer – Vorsitzender des BBK Bayern, bildender Künstler
Felix Steffan – Kunsthistoriker, Spezialist im Fachbereich Rosenheimer Kunstverein und Kunstszene zwischen 1904 und 1968
Iris Trübswetter – ehemalige Vorsitzende des Kunstvereins Rosenheim (1981-1995, 1999-2001), Soziologin

Moderatorin: Dr. Olena Balun, Kunsthistorikerin und Kuratorin, derzeitige Vorsitzende im Kunstverein Rosenheim

Kunstvereine gelten als Institutionen, die eine Demokratisierung in der Kunst bewirkt haben, die gern als Vorläufer des Kunstmarkts bezeichnet werden und die stets am Puls der Zeit arbeiten.

Sie sind Experimentalbetriebe der professionellen Szene, agieren an der Schnittstelle zwischen dem Museum und dem Kunsthandel und sind gemeinnützig. Sie sind dem Bildungsauftrag verpflichtet und vermitteln zeitgenössische Kunst an alle Interessierten, richten sich aber nicht nach dem Massengeschmack.
Im Unterschied zu vielen anderen Vereinen geht es bei der Tätigkeit der Kunstvereine nicht um eine Hobby- bzw. Freizeitinitiative, sondern um eine professionelle Arbeit. Diese wird von Fachleuten zum größten Teil ehrenamtlich gemacht, weil das das Modell der Vereine vorsieht.

Deutschland ist eines der wenigen Länder, in dem dieses Modell über 200 Jahre lang funktioniert. Von Ort zu Ort mit unterschiedlichem Erfolg in Sachen Finanzierung, Personal, Ausstellungsprogramm und Mitglieder. Letztere sind nicht allerorts leicht zu gewinnen, was viele Gründe hat, Vorstellungen zu Vereinsarbeit eingeschlossen.
Ist dieses Modell heute noch aktuelle und attraktiv? Wie kam diese Entwicklung zustande? Haben Kunstvereine Zukunft? Muss man dabei Kompromisse eingehen? Welche Rolle spielt dabei die Politik auf regionaler und überregionaler Ebene?

Die Podiumsgäste diskutieren darüber sowohl im breiten Kontext als auch am Beispiel des Kunstvereins Rosenheim und laden das Publikum zu gemeinsamen Überlegungen ein.